Von der Religionskritik zur Religionspolizei

Ein früherer Text von Lars Hedegaard zur vergessenen Religionskritik der Linken, die sich einmal die Aufklärung auf die Fahne geschrieben hatte, und den heutigen Positionswechsel im linken Verblödungszusammenhang. Begreiflich, dass viele Linke, die den Religionskritiker des Islam nach dem Mordanschlag auch  weiter mobben und zum Kriminellen machen wollen, wie die dänischen linken Journalisten, ihn lieber tot als lebend sähen. Er hat ihnen die Maske vom Gesicht genommen. Was da zum Vorschein gekommen ist, ist  die  Perversion der Aufklärung.

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Once Again It’s the Economy, Stupid.

Von Lars Hedegaard

(Übers. Regine van Cleev)
Once Again It’s the Economy, Stupid. The Left is only too happy to suppress free speech
http://westerncivilizationandculture.blogspot.ch/2009/02/once-again-its-economy-stupid.html

Etwas hat mich besonders verblüfft, als ich letzte Woche in London war, um den Film FITNA von Geert Wilders anzuschauen im House of Lords. Nun, abgesehen von der Tatsache, dass Wilders die Einreise ins Land verboten worden war.

Es war die uniforme Bezeichnung des holländischen Politikers als “Rechter” oder sogar „Extrem Rechter“.

Was genau hat Wilders getan oder gesagt, um dieses Epitheton zu verdienen? Man täusche sich nicht: Während „links“ als Ritterschlag gilt und nach Liebe zu grünen Wäldern klingt,  nach  Fürsorge für Hunde, die einen warmen Schlafplatz brauchen, und für unterernährte Kinder in Afrika, kennzeichnet „rechts“  einen Misanthropen, der alle guten Menschen hasst und zum Frühstück unschuldige Kinder frisst. .

Hat jemand die ultimative Sünde begangen, eine Religion zu kritisieren, besonders wenn es sich um eine mörderische und rückständige handelt, dann gibt es keine Möglichkeit, das Kainsmal abzuwischen. Politisch magst du ein Sozialist sein, ein Liberaler oder ein Konservativer, du magst ein überzeugter Befürworter des Wohlfahrtsstaates sein, des sozialen Gesundheitssystems, der Homo-Ehe, der bevorzugten Behandlung von Frauen und einer 75% Besteuerung aller privaten  Einkommen. Es hilft nichts, wenn du dich von den Lehren des Propheten distanziert hast.

Das ist merkwürdig. Respektlose Kritik der Religion war doch sonst eine Spezialität der Linken. Heute beweist solche Kritik, dass man ein halber Faschist ist und in politischer Gesellschaft gemieden werden soll.

Der vergessene Prophet

Es gibt noch einige ergraute Postsozialisten, die sich noch erinnern, was ihr alter Prophet, Karl Marx, zur Religion zu sagen hatte in der Einleitung zu seinem Beitrag zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie von 1843: dass die Kritik der Religion die Voraussetzung aller Kritik ist.

Die Kritik der Religion ist nicht nur der Ausgangspunkt aller Kritik. Es ist die Vorbedingung aller Kritik. In einer Gesellschaft, in der die Religion nicht kritisiert werden darf, wird alles zur Religion – von der Länge deines Bartes bis zur Hand, die man braucht, um sich den Hintern abzuwischen.

o es keine Religionskritik gibt, wird das Leben und die Gesellschaft als Ganzes religiös, und der kleinste Pieps gegen die existierende Ordnung ist eo ipso ein Akt der Blasphemie, der ausgerottetet werden muss, indem man dem Beleidiger den Kopf abhaut.

Der Mut zur Blasphemie ist folglich das sine qua no der Zivilisation und des sozialen, intellektuellen und wissenschaftlichen Fortschritts.

(Red. WW: Wir erinnern an den Ausspruch von Hirsi Ali: I defend the right to offend. Ein Recht dass die weniger intellektuell begabte Sonbati rundweg bestreitet mit ihrer Tabuisierung der „Gefühle“ der Moslems, die man nicht „verletzen“ dürfe).

Sie ist auch die Voraussetzung der Trennung von Kirche und Staat, worüber sich Jesus sehr wohl im Klaren war.

Aber die heutigen Linken haben die Gründungsväter des Sozialismus längst  aufgegeben – besonders dort, wo sie recht hatten –  und sie winden sich zu Füssen des blutdürstenden  Mondgottes Arabiens.

Eine neue Weltsicht

Wir wissen, dass die breitgestreute Linke – die in Europa verschiedene Schattierungen der harten kommunistischen oder marxistischen Linken umfasst, welche sich in die Ökofundis transformiert hat, und die traditionellen sozialdemokratischen Parteien – ihre überkommenen ideologischen Positionen aufgegeben hat, um nun Ideologien zu predigen, die als Gütesiegel der Rechten galten. Positionen wie der Ruf nach Zensur, der Flirt mit Forderungen wie „Religionen“ (d.h.der Islam) dürfen nicht kritisiert oder lächerlich gemacht werden, die Institution ethnischer oder stammesspezifischer Privilegien und  Ungleichheit vor dem Gesetz – und zwar je nachdem, wie  ein ethnischer, Stammes- oder Clan-Chef sich bis zur Spitze des Totempfahles als ein höchst bedauernswertes Opfer hocharbeiten kann.
Wir wissen, was geschehen ist, aber wieso kam es dazu?

Diese neue Weltanschauung wirft uns zurück in eine gesetzliche Ordnung – oder vielmehr das Fehlen einer solchen -, deresgleichen wir in der zivilisierten Welt nicht mehr gesehen haben seit wann…? Seit den demokratischen Revolutionen des 19. Jahrhunderts, der Französische Revolution, der Amerikanische Revolution, Englands Glorreicher Revolution, John Milton’s  Aeropagitica, der Magna Charta?

Nehmen sie was sie wollen davon – alles hier Gesagte ist wahr.

Good bye Wohlfahrtsstaat

In einem bemerkenswerten Bericht von 2008 schreibt die Dänische Nationalbank (das Äquivalent der Bank von England oder der Bundes-Zentralbank):

“Ein grosser Teil der Immigration nach Dänemark in den letzten 15 bis 20 Jahren, besonders zu Beginn dieser Periode, kam von den weniger entwickelten Ländern und bestand aus Leuten mit niedriger Teilnahme am Arbeitsmarkt, was einen relativ umfangreichen Nachschub an öffentlichen Wohlfahrtsausgaben verursachte. Das führte zur Verschlechterung der öffentlichen Finanzen, d.h. das Problem der Nachhaltigkeit wurde  verstärkt.“

Wenn die Immigration die Finanzierung des öffentlichen Sektors unterstützen soll, muss sie in  Form der sogenannten „Super-Immigration“ stattfinden. Dieses Konzept trifft auf eine Person zu, die nur einwandern darf, wenn sie die Ausbildung abgeschlossen hat und sofort einstellbar ist, eine Einstellungsrate von 100% aufweist, Steuern zahlt wie ein Däne, nicht ihre Familie mitbringt, und das Land vor dem Pensionsalter verlässt.

In der Tat eine anspruchsvolle Forderung, und eine, die nie eingehalten wurde von der Sorte von Einwanderern, die Dänemark angezogen hat.

Und doch hat die Linke keine Antwort anzubieten als noch mehr Immigration und Lamentationen über die Unterdrückung der Moslems, kombiniert mit einem liebevollen Verständnis für ihre Bedürfnisse und für  „Respekt“ und Sonderbehandlung.

Natürlich haben viele – nicht alle – der nicht sozialistischen Parteien ebenso eifrig die Massenimmigration  nicht integrierbarer Massen aus der Dritten Welt willkommen geheissen, aber sie waren nicht so mit dem Wohlfahrtsstaat von der Wiege bis zur Bahre verheiratet, zumindest nicht am Anfang.

In der Tat, wenn wir uns solche Länder wie Deutschland, Holland, England, Dänemark, Norwegen und Schweden anschauen, waren es private Unternehmen, die mit dem Import  billiger und ungelernten Arbeitskräfte aus der ländlicher Bevölkerung von Bangla Desh, Pakistan, der Türkei,  Marokko und anderen Plätzen begonnen haben, um die Lücken an den Fliessbändern zu füllen. Zu dieser Zeit – in den späten Sechzigern und Siebzigern – waren viele Sprecher der Gewerkschaften und der sozialistischen Parteien kritisch eingestellt gegenüber dieser unwillkommenen Konkurrenz, die die Löhne zu drücken drohte und hart erkämpfte Arbeiterrechte untergrub.

Das war zu der Zeit, als die alte Industriegesellschaft im Begriff war, von der Wissensgesellschaft abgelöst zu werden, in der viele der neuen Immigranten schlicht unanstellbar waren. Aber man erlaubte ihnen zu bleiben, ihre grossen Familien nachzuziehen und Sozialleistungen zu kassieren.

Das neue Proletariat

Mit dem fundamentalen Wechsel von der Industrie- und Wissensgesellschaft wurde klar, dass mit dem Sozialismus in Form der Verstaatlichung der Produktionsmittel kein Staat mehr zu machen war. die traditionelle Arbeiterklasse war im Verschwinden begriffen und die unterdrückten Massen, die die Marxisten als das „revolutionäre Subjekt“ identifiziert hatten, waren zu „bürgerlich“ geworden, um beruhigt zu werden. Sie verliessen reihenweise die sozialistischen Parteien und begannen für Parteien der Mitte und der Rechten zu stimmen, die ihnen einen Anteil am Reichtum versprachen, der von privaten Unternehmen geschaffen  worden war. Ein Haus, ein Auto, Farbfernseher und dergleichen. Mit anderen Worten: die Annehmlichkeiten, die die linke Intelligentsia inzwischen als unerlässlich für ihren eigenen lifestyle betrachtete.

Das konfrontierte die sozialistischen Ideologe mit einem grösseren Problem. Von ihrer  Lenin- , Trotzky- und Gramsci-Lektüre her wussten sie, dass sie zur Avantgarde der Massen berufen waren.  Das Proletariat war unfähig, die erforderliche Stufe des politischen Bewusstsein zu erreichen ohne das dauernde Antreiben durch ihre weitsichtigen Anführer, die es besser wussten.

Sozialismus stand nicht länger auf der Tagesordnung.  Dennoch war die sozialistische Intelligentsia nicht gewillt, ihr Ziel, die Macht, fallenzulassen. Daher musste sie ein neues revolutionäres Subjekt finden. –  eine Klasse von Menschen, die es sich selber niemals erlauben würden, sich von den Verlockungen  eines bourgeoisen Lebenstils kaufen zu lassen,  sondern garantiert an den Rändern der Gesellschaft verbleiben würden.

Und sie fanden die moslemischen Migranten. Dieser sozialistisch-moslemische Verbindung erwies sich als eine Ehe, wie sie im Himmel geschlossen wird. Die anschwellenden Reihen der moslemischen Migranten konnten die Wählerstimmen liefern und die Lücke füllen, die die abwandernde einheimische Arbeiterklasse hinterlassen hatte, und die sozialistischen Parteien konnten im Gegenzug dafür die Wohltaten der Sozialleistungen bieten, kulturelle Konzessionen und freie Immigration auf ihre Kosten für die nicht arbeitenden Moslems.

(VGL. Rolf Stolz hat das auch schon früh geschrieben, wurde dann als einer der ersten Kritiker der islamischen Immigration bei den Grünen von Linken gemobbt, und auch von Islamkritikern diskriminiert, weil er in der Jungen Freiheit schrieb, was streng verboten war  – die Meinungszensur funktioniert quer durch die politischen  Lager.)

Der Schwanz des Tigers

Dieses gut funktionierende politische Arrangement befindet sich jedoch an einem Punkt, von  wo an der Wohlfahrtsstaat sich nicht mehr aufrecht erhalten lässt.

Er zerbröckelt in ganz Europa, aber es gibt keinen Weg zurück für die Linke. Es gibt keine Wahl, als sich noch fester an den Schwanz des Tigers zu klammern.  Sonst wird die Bestie sich umkehren und sie beissen. Wir haben schon Intifadas gesehen in England, Frankreich, Dänemark und Norwegen. Wenn die „Jugendlichen“ nicht freie Bahn bekommen, dann brennen sie die Stadt nieder, zerschlagen die Autos und brutalisieren die einheimische Bevölkerung.

Um diese birzarren Stassenshows am Laufen und die Akteure bei Laune zu halten, musste die linken Anführer die freie Rede niederstampfen. Wie sehr sie es auch privat beklagen mögen, sie können nichts anders tun, um die Wählerstimmen der Moslems zu bekommen, die sie an der Macht halten.

Eine Meinungsumfrage von der offiziellen Statistik Dänemarks, veröffentlicht im Februar 2009, zeigt, dass 50% der Moslemischen Immigranten und ihre Nachkommen wünschen, dass Angriffe gegen die Religion ein Straftatbestand werden. 36 Prozent der Immigranten und 40 Prozent ihrer Nachkommen sind nicht dieser Meinung.

Die entsprechenden Zahlen für die ethnischen Dänen sind: 79 Prozent dagegen und nur 15 Prozent dafür.

Der nächste Schritt – eine Frontalattacke auf die Demokratie selbst – ist in Arbeit. Europaweit erleben wir Inhaftierungen und Verurteilungen von „rechten“ Agitatoren, die sich weigern, das Loblied des multikulturellen Staats zu singen als Inbegriff der sozialen Tugend.

Und noch weiter abwärts auf dieser Bahn wird es Verbote politischer Parteien geben, die bedeutende Zahlen der nicht-moslemischen Bevölkerung zu versammeln drohen.

Die Ökonomie schlägt zurück

Es gibt jedoch ein Faktum des Lebens, das unsere Machthabenden ausgelassen haben in ihrer politischen Gleichung. Das ist – wie Bill Clinton es so treffen ausdrückte -, die Ökonomie, Dummkopf.

In nächster Zukunft wird die Ökonomie zurückschlagen. Die Zensur und die Verfolgung der Aufmüpfigen wird den Wohlfahrtsstaat nicht retten. Wie wird die eingeborene Bevölkerung reagieren, wenn sie herausfindet, dass ihre Kinder keine Ausbildung bekommen,  dass sie keine angemessen Behandlung in den Spitälern erfahren, dass ihre Pensionen und andere Sozialleistungen dahinschwinden, und dass sie sich nicht mehr auf die Polizei verlassen können, die sie schützen soll? In einer Situation, in der sie nicht mehr selber solche Dienste bezahlen können, weil der Staat den grössten Teil ihres Einkommen absaugt.

Das ist die Frage.

Eine andere interessante  Frage ist, wie die freien Wirtschaftskapitäne und ihre Investoren reagieren werden, wenn sie realisieren, dass der Kapitalismus unvereinbar ist mit dem Scharia-Recht. Fries Unternehmertum kann nicht gedeihen in einer Gesellschaft, in der es keine Sicherheit für die Privateigentumsrechte gibt, und wo es keine Gerichte gibt, die die Einhaltung  von Verträgen durchsetzen.

Und genau das ist das Problem, das mit der wahrscheinlichen Ausbreitung der Scharia-Gerichtshöfe kommt und mit dem „sharia-financing“.

Wenn Sie ein Ungläubiger sind, der zufällig ein Geschäft mit einem wahren Gläubigen gemacht hat, ist der Scharia-Gerichtshof verpflichtet, gegen sie zu entscheiden, weil das Scharia-Gesetz auf der Ungleichheit von Moslems und nicht-Moslems basiert.

Es ist vielleicht an der Zeit, dass die Wirtschaftwelt, die es bisher vorgezogen hat, sich distanziert zu verhalten, anfängt, ihre Aufmerksamkeit auf die wirkliche Welt zu richten.

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*„Für Deutschland ist die Kritik der Religion im wesentlichen beendigt, und die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.“ (Hegels Rechtsphilosophie Einleitung MEW 1/378)

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