“Ich fürchte, dass Schweden sich aufgegeben hat – aber noch ist es nicht zu spät“

EuropeNews 30 November 2012
Von Maria Celander

Autor und Journalist Mikael Jalving sieht ein Schweden, in dem die Menschen Angst haben sich öffentlich zu äußern – jetzt wurde sein kontroverses Buch endlich in Schweden veröffentlicht.

Als Mikael Jalvings Buch „Absolut Schweden – eine Reise ins Reich der Stille“ in Dänemark vor etwas über einem Jahr veröffentlicht wurde, entzündete sich eine erhitzte Debatte. Steht es wirklich so schlimm um Schweden, gehen die Schweden umher und ballen die Faust in der Tasche während sie eine vereinte, glückliche Oberfläche für die Welt da draußen zu Schau stellen?

In dem Buch beschreibt der Autor seine Reise durch ein Schweden, eine Land, das charakterisiert ist durch Furcht, die Menschen wollen über Ungerechtigkeiten, die sie sehen, sprechen, haben aber Angst es zu tun. Die politische und mediale Elite hat entschieden, welche Meinungen man in der Öffentlichkeit verbreiten kann und jene, die es wagen sich zu widersetzen fallen in Ungnade und werden öffentlich erniedrigt.

„Schweden ist nur eine Demokratie dem Namen nach,“ schreibt ein Mann in einer Email an Mikael Jalving.
„Viele Schweden sind frustriert, dass unsere Stimmen nicht gehört werden.

Die Medien und Politiker jagen kontinuierlich solche Menschen, die die Einwanderungspolitik nicht mögen, weil sie zukünftige Kritiker schon im Vorfeld zum Schweigen bringen wollen,“ schreibt ein anderer und bittet Jalving und andere dänische Journalisten die Situation näher zu beleuchten.

Ein großes schwedisches Verlagshaus wollte das Buch sofort übersetzen und veröffentlichen, aber sie änderten ihre Meinung nach zwei Wochen. Aber jetzt ist es in Schwedisch erhältlich, mit einem etwas abgeschwächten Titel: „Absolut Schweden – Ein Land im Wandel“.

Aber während ich diesen Artikel schreibe wird klar, dass das Buch ohne Auslieferer da steht. Im letzten Moment hat Recito förlag seine Meinung geändert und plötzlich und ohne Vorwarnung folgende Email an Mikael Jarvings Verleger geschickt:

„Wir bedauern sehr Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir uns entschieden haben das Buch nicht auszuliefern, denn es würde uns in eine für uns unangenehme Situation bringen. Wir wünschen Ihnen sehr viel Glück einen Auslieferer zu finden, der Ihnen weiter helfen kann und hoffen, dass unsere späte Entscheidung sie nicht zu sehr aus dem Zeitplan bringt.“

„Ich komme zu der Überzeugung, dass das Buch, wie Sie sagen, eine heiße Kartoffel ist, aber dies ist bizarr. Es bestärkt die These des Buchs dennoch, genau so wie die sogenannte PK-Affäre,“ sagt Jalving.

Ach ja, die PK-Affäre. Im Jahr 2011 war Mikael Jalving vom Publicistklubben Södra (PK ist die Abkürzung für den Debattierclub für Journalisten) in Malmö eingeladen worden. Als jedoch bekannt wurde, dass er auf einer Veranstaltung der Nationaldemokraten über sein Buch gesprochen hatte, verbot der Vorsitzende des PK, Per Svensson, ihm die Teilnahme an der Diskussion. Ein sich anschließender Streit führte dazu, dass die stellvertretende Vorsitzende von PK, Ingrid Carlqvist, heute Chefredakteurin von Dispatch International aus Protest zurücktrat.

„Hier geht eine Art ‚technische‘ Argumentation vor sich, die tatsächlich dazu dient eine echte Debatte zu verhindern. Aber es ist leichter einen kleinen, ausländischen Autoren zum Schweigen zu bringen als die Tryckfrihetssällskapet (Free Press Society) oder Dispatch International,“ sagt Mikael Jarving.

Als Däne fand er eine Abkürzung, um die Zungen der Schweden, die er traf, zu lockern – er begann einfach eine Diskussion über die schwedischen im Gegensatz zu den dänischen Alkohol Trinkgewohnheiten und dies öffnete die Tür zu schwereren ernsteren Themen.

„Dinge, die dem offiziellen Hochglanzbild über Schweden widersprachen, kamen langsam an die Oberfläche. Die Menschen haben ihre eigenen Erfahrungen mit der Realität, es gibt ein beträchtliches Überangebot an Erfahrungen, die man nicht aussprechen kann, es gibt keine Sprache, um zu beschreiben was diese Individuen meinen, keinen Kontext in den man es einbetten kann.“
Dass das Diskussionklima so fundamental verschieden ist in Dänemark und Schweden hat historische Gründe, glaubt Jalving.

Dänemark hat Kriege gekämpft und verloren, zuerst gegen Schweden dann gegen Deutschland. Die schwedische Geschichte während des letzten Jahrhunderts ist eine Geschichte von unzweifelhaftem Erfolg. Schweden hat es geschafft sich aus jedem Konflikt herauszuhalten, ohne jemals an einem Krieg teilnehmen zu müssen und dennoch waren sie immer auf der Gewinnerseite, offenbar moralisch ohne Kratzer.

„Große schwedische Unternehmen haben den Weg zum Erfolg geebnet und eine industrielle-politische Allianz erschaffen. Ich glaube, dass dies der Schlüssel zu dem gegenwärtigen Konsens ist – warum kämpfen wenn alles doch so gut läuft?

Das Problem ist, dass der Abbau dessen, was Schweden zuerst einmal erfolgreich gemacht hat, jetzt gerade im Gange ist, der starke schwedische Kulturstaat, der so viele gute Dinge erzeugt hat.“

Ist es also zu spät, um das Ruder herumzureißen? Absolut nicht. Mikael Jalving glaubt, dass der Zorn, der jetzt nur als ein leises grummeln im Internet spürbar ist, früher oder später stärker anwächst, bis er so stark wird, dass er Menschen dazu bringt sich über ihre Furcht hinwegzusetzen und in der Öffentlichkeit zu sprechen.

„Als ich mit den Menschen gesprochen habe, hatte ich manchmal das Gefühl, dass Schweden aufgegeben hat, es gibt eine weit verbreitete Apathie. Aber am Ende, wenn genug Menschen von den Konsequenzen dessen, was jetzt passiert, betroffen sind, dann wird eine Diskussion entstehen. Letztlich sind die Schweden auch nur Menschen,“ sagt Jalving lächelnd.

FAKTEN/Mikael Jalving
Alter: 44
Lebt in: Kopenhagen
Familie: Verheiratet mit zwei Kindern
Beruf: Autor und Kolumnist bei der Tageszeitung Jyllands-Posten
Aktuell: Sein Buch ”Absolut Schweden – Ein Land im Wandel”

Erklärung der Redaktion:

Dieser Artikel wird von Dispatch International gespiegelt, die gerade unter außergewöhnlich starken Denial of Service Angriffen leidet. Dieses kriminelle Verhalten wurde schon bei der Polizei angezeigt und es wird gerade in dieser Sache ermittelt. Die Log Files haben ergeben, dass die schwedische Mainstream Presse massiv daran beteiligt ist. Falls Sie über einen Blog oder über eine Webseite verfügen, die diesen Artikel ebenfalls spiegeln könnte, dann tun Sie dies bitte.

Mit freundlichen Grüßen
EuropeNews

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s